Ich denke, dass es an der Zeit ist, dass die Freiheit
und der Liberalismus stärker in der Gesellschaft verankert werden soll.
Toleranz, Wertebewusstsein und vor allen Dingen die
Liebe zur Freiheit muss sich bei den Menschen wieder entwickeln. Am besten
gelingt das, wenn wir der Freiheit gegenüber Verantwortung übernehmen, Verantwortung,
der keine Grenzen gesetzt sind, außer das Wohlergehen der anderen.
Es gilt mehr auf das Selbstbestimmungsrecht zu setzen,
den Rahmen der Freiheit größer statt kleiner werden zu lassen, bei Problemen
nicht nach dem Staat und den Gesetzen zu rufen, sondern darauf zu setzen, dass
die Menschen sich auch klug und vernünftig verhalten.
Wer auf Freiheit und Selbstbestimmung setzt, der muss
genauso auf Chancengerechtigkeit setzen. Eine Freiheit, in der es keine
Chancengerechtigkeit gibt, die schafft nur eine Entfaltung der Starken. Es
sollte aber jeder die Chance bekommen, stark zu werden. Diese Aufgaben und
Anforderungen kann eine Partei nicht alleine leisten.
Politik muss wieder vom Menschen her denken, nicht vom
Staat, der Gemeinschaft oder der Wirtschaft. Wir brauchen wieder Inhalte und
Wertvorstellungen. Dabei gilt es, die richtige Perspektive auf die Dinge zu
bekommen. Freiheit zu erringen und zu verteidigen heißt also,
Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Es heißt auch, aus dieser
Verantwortung heraus Macht auszuüben und sich zugleich in ihrer Ausübung
beschränken zu lassen.
Dazu braucht es liberale Positionen, die sich aus dem
Festhalten an Grundsätzen und nicht aus der Tagespolitik heraus begründen.
„Was du bist hängt von drei Faktoren ab: Was du geerbt
hast, was deine Umgebung aus dir machte und was du in freier Wahl aus deiner
Umgebung und deinem Erbe gemacht hast.“
-Aldous Huxl-
Liberale Vereine sollen die Verbreiterung des
liberalen Umfeldes fördern, sowie zum Aufbau einer Unterstützer- und
Sympathisantenszene beitragen. Sie sollen fördern und fordern.
Unterstützungsleistungen durch einen liberalen Verein sind an individuelle
Anstrengungen für den Aufbau von Kompetenzen und Fertigkeiten zur Selbsthilfe
gekoppelt.
Die Menschen haben dem Liberalismus keine Absage
erteilt.
Es braucht nur den Mut, diesen Weg zu gehen, mit Grundsatz- und Thementreue und
etwas mehr Selbstbewusstsein.
Liberale Ideen finden in Deutschland viele Freunde, man muss hier nur den
Menschen ein Angebot machen, wo sie sich wiederfinden – ein Ansatz für die
Arbeit liberaler Vereine.
Ihre vordringliche Aufgabe sehe ich darin, dem Liberalismus
in Deutschland wieder mehr Boden zu verschaffen, damit Menschen frei ihre
Meinung äußern können - denn gerade in der freien Meinungsäußerung sehe ich
große Probleme. Menschen haben oft Angst vor negativen Folgen vor allem im
beruflichen Leben, wenn sie frei ihre Meinung äußern.
Meinung darf nicht vom Staat suggeriert und diktiert werden. Meinung muss aus
den Bedürfnissen der Menschen heraus frei erwachsen können.
So sollen vom Bürger Aufgaben, Handlungen und
Problemlösungen so weit als wie möglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich
unternommen werden und nicht vom Staat. Es ist also jeder Einzelne gefragt, als
Privater oder in kleinen Gruppen auf der untersten Ebene einer
Organisationsform (Subsidiarität).
Erst wenn das nicht möglich ist oder nur mit erheblichen Hürden und Problemen
verbunden, sollen nach und nach größere Gruppen (Vereine) oder höhere Ebenen
einer Organisationsform die Aufgaben und Handlungen unterstützend übernehmen.
Liberalismus ist keine Ideologie, sondern eine Soziallehre, nämlich der
Soziallehre von einer Individualgesellschaft.
Individualismus wird auch und besonders im
alltagssprachlichen Gebrauch als eine persönliche Geisteshaltung bezeichnet,
bei der möglichst eigenständige Entscheidungen und Meinungsbildungen angestrebt
werden. Jeder Mensch muss die Chance haben, seine Freiheit auch zu leben. Die
Theorie, dass der Mensch von Natur aus zur Freiheit geboren ist, geht an der
Wirklichkeit vorbei.
Dazu bedarf es nämlich auch der materiellen Lage und vor allem den notwendigen
vermittelten Werten.
Sind diese nicht ansatzweise vorhanden, dann sind Freiheit und Selbstbestimmung
nur leere Worte.
Liberale Vereine sollen den real gelebten Liberalismus
wiederbeleben, und zwar durch Aufklärung.
Sie sollen mit Bildungspartnerschaften zur Freiheit ertüchtigen, Vielfalt leben
und Zusammenhalt durch Integration schaffen.
Es gilt politische Freiheit zu nutzen und die Bürgerbeteiligung in den Kommunen
zu stärken. Hier gibt es großen Nachholbedarf.
So stehen wir auch noch vor einer weiteren großen
Herausforderung für unsere Gesellschaft – dem demographischen Wandel.
Die Generationen müssen in einen Generationendialog treten, er ist die große
Chance für die Zukunft. Jede Seite kann von der anderen lernen und profitieren.
Die Vielfalt ist es, die unsere Gesellschaft reich
macht. Die Menschen sind unterschiedlich, aber gleichberechtigt und die
Wertschätzung für die unterschiedlichen Talente und Ideen, die Erfahrungen,
Lebensentwürfe fördern das Miteinander und damit die Lebensqualität vor Ort.
Ein liberaler Verein kann hier leitend und unterstützend wirken. Wo wir
Liberale vor Ort in der Gesellschaft verwurzelt sind, wo man sich persönlich
kennt, da schenkt man sich Vertrauen.
Durch soziale Kontakte, Engagement und Beziehungen werden innovative soziale
Initiativen unterstützt oder selbst ins Leben gerufen. Das bedeutet, raus aus
den Hinterzimmern und rein in die Gesellschaft. Den Menschen zeigen, dass
Liberale nicht nur Angehörige einer Klasse oder Berufsgruppe sind, sondern dass
sie unter allen Menschen zu finden sind.
Wir wissen heute, wer sich freiwillig für andere engagiert, verschafft nicht
nur sich für den Moment ein gutes Gefühl, sondern steigert auch langfristig
seine Lebenszufriedenheit.
Liberalismus ist nicht einfach da, sondern muss durch ein aktives Bemühen
aufgeklärter Menschen geschaffen und lebendig gehalten werden. Er wächst in den
Städten, Gemeinden und Kreisen durch das Miteinander und Füreinander der
Bürger. Vom Einsatz vieler ehrenamtlich und gemeinnützig tätiger Menschen lebt
unsere Gesellschaft. Was wäre unser Land ohne sie?!
Sie in den Dialog zu führen, Netzwerke zu schaffen, wäre ein weiteres Feld für
die Arbeit eines liberalen Vereins.
Bereits heute haben wir einen real existierenden Liberalismus – denn jede
Bürgerinitiative, und Stiftung, freiwillige Feuerwehr oder jede
Selbsthilfegruppe, Genossenschaften oder andere freiwillige Kooperationen sind
liberale Organisationen, weil sich dort Bürger zusammenschließen, um sich
selbst zu helfen.
Es gibt viele Vereine, Organisationen, Initiativen und Gruppierungen, die
diesen Anspruch erfüllen ohne, dass man dahinter einen wichtigen Aspekt des
real existierenden Liberalismus erkennt.
Diese Tatsache wird bisher nirgends hervorgehoben und
kommuniziert. Das gilt es auszubauen, denn wir leben in einer
Ellenbogengesellschaft der es an Kultur fehlt – Kultur ist Zukunft. Auch das
ist ein Ansatz für die Arbeit eines Vereins.
Die Themen müssen von den Menschen her besprochen, diskutiert und dann nach
oben kommuniziert werden. Klassisch-liberale Politik muss die individuelle
Freiheit der Menschen auch gegen den Zeitgeist verteidigen, in allen
Politikbereichen.
Leistungsprinzip, Meinungsfreiheit, Rechtsgleichheit, Eigentum und
Marktwirtschaft sowie Freiheit des Einzelnen und gesellschaftliche Vielfalt
gilt es zu erhalten und auszubauen.
Es gibt jede Menge Herausforderungen, wo sich ein
liberaler Verein engagieren kann und so zum Botschafter für eine offene,
lebenswerte Gesellschaft wird.
Ein Liberaler der die "Waffen" streckt, nur
weil er keine Antwort erhält?
Ich denke, das ist der verkehrteste Weg, den man einschlagen kann.
Spreche ich zu leise für Dein Ohr, dann soll meine Sprache in Zukunft lauter
erschallen! Und in einem liberalen Verein sehe ich genau dieses Sprachrohr.
Liberale Vereine und deren Gründung gilt es zu fördern und zu
unterstützen. Sie sollen
jenseits des professionellen Politikbetriebs den
Gedanken der Subsidiarität und des
bürgerschaftlichen Engagements in die Gesellschaft
hineintragen. Jedem Bürger soll damit
der Weg in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben,
mit gesellschaftlicher und politischer
Teilhabe als Basis einer zukunftsorientierten
Entwicklung ermöglicht werden.
Sie sollen das Bürgerengagement in politischen
Parteien aber nicht ersetzen, sie sollen mit ihrer Arbeit vielmehr
unterstützend und begleitend wirken.
Denn nur dort, wo die Bürger ihre Angelegenheiten
weitgehend und unbehelligt von staatlicher Bevormundung selbst regeln,
herrschen Wohlbefinden und Wohlstandsmehrung und Freiheit in Verantwortung.
Unser Verein Liberale Zukunft Deutschland
e.V. unterstützen wir freiheitliche Bestrebungen und Aktionen.Er
ist ein parteiunabhängiges und konfessionell nicht gebundenes, liberales
Bildungs- und Unterstützungswerk und steht allen liberal denkenden Menschen
offen.