Freitag, 26. Februar 2016

Liberales Bildungsideal

Was entspricht einem liberalen Bildungssystem?

Zuerst einmal sollte man unterscheiden, zwischen Bildungspflicht und Schulpflicht.
So besteht in den meisten europäischen Ländern zwar eine Bildungspflicht, jedoch geht damit nicht automatisch ein Schulbesuchszwang einher. Es besteht keinerlei Notwendigkeit, eine Schulpflicht aufrechtzuerhalten, zumal es keinesfalls von Nöten ist, ein Schulhaus zu betreten, um sich Wissen anzueignen. So ist beispielsweise in allen europäischen Ländern, außer in Deutschland Homeschooling als Bildungsalternative erlaubt oder zumindest unter Auflagen möglich.

In vielen Ländern sind Privatschulen in der heutigen Zeit der Standard. Nur wenn es zu örtlichen Engpässen kommt, ist der Staat verpflichtet einzuspringen.

Liberale Bildungspolitik bedeutet weg von staatlichen Schulen, weg von staatlich ideologisierten Bildungsplänen.
Das Problem hierzulande ist, dass die staatlichen Schulen auf Gedeih und Verderb politischen Entscheidungen ausgeliefert sind und das über den Schulstoff eine politische Ideologisierung stattfindet.

Der Staat scheitert mit seiner einheitlichen Bildungspolitik. Die Menschen sind verschieden, jeder ist individuell, hat verschiedene Lebensansprüche, man kann ihnen nicht einen einzigen staatlichen Bildungsplan aufzwingen. Damit sind stetige Reibungen zwischen Religionen und Kulturen vorherbestimmt und das Individuum kommt zu kurz.

Was spricht für private Schulen?

Da wäre zuerst einmal der finanzielle Aspekt. Ein Bundesland will Geld sparen und privatisiert daher alle Schulen. Die Aufwendungen, die der Staat für Bildung hat, würden schlagartig zurückgehen. Dementsprechend können die Steuern gesenkt werden. Infolgedessen hätte die Eltern mehr Geld um das Schulgeld zu zahlen und die finanzielle Doppelbelastung, die heute für Eltern besteht, würde wegfallen.

Ein Schulsystem, in dem die Bürger direkt bezahlen, wird sich zwangsläufig an den Wünschen der Bürger orientieren. Und es ist ja keineswegs so, dass die staatliche Bildung nichts kostet. Die Kosten werden nur umgelegt und viel Geld versickert in der staatlichen Bürokratie. Durch direkte Verwaltung werden die Verwaltungsausgaben geringer, es entsteht keine bürokratische Blase mehr.

In einem Schulsystem, in dem der Staat die Bezahlung aus Steuergeldern der Bürger übernimmt, orientiert sich der Unterricht zwangsläufig an den Wünschen der Staatsvertreter und Bürokraten. Das macht sich nicht nur bei den Inhalten des Unterrichts, sondern ebenso bei den Unterrichtsmitteln bemerkbar.

Wenn ich das Schulgeld direkt bezahle, liegt die Entscheidung bei mir, welche Schule ich mit meinem Geld finanziere. Ich kann das Geld für die Schule ausgeben, die meinen und den Bedürfnissen meines Kindes am nächsten kommt.
Der Staat hingegen kennt meine Bedürfnisse in der Regel nicht, oder ignoriert sie sogar absichtlich, weil ein paar Politiker gern glauben, besser zu wissen, was für mein Kind gut ist.

Hinzu kommt, dass Lehrer an Privatschulen anders motiviert sind. Alleine schon durch leistungsbezogene Gehälter, und da sie den Schulen gegenüber in ihrem Anspruch verpflichtet sind. Welche privatwirtschaftlich arbeitende Schule leistet es sich, schlechte Lehrer einzustellen?

So verbessert sich durch Privatschulen das Bildungsangebot, da diese im direkten Wettbewerb stehen, was die Qualität des Unterrichts inhaltlich sowie technisch betrifft. Staatliche Schulen sind nicht auf das Geld der Eltern angewiesen und bieten darum entsprechend schlechtere Ausbildungsbedingungen. Oft unmotivierte Lehrer, unzählige Ausfallstunden, schlechter Unterricht und zerfallende Gebäude. Es gibt viele Probleme, die aus der Staatlichkeit der Bildung erwachsen.

Es braucht ein Potpourri von Schulen, betrieben durch private Hand, Kirchen, Stiftungen etc. – wo jeder die freie Wahl hat, sein Kind nach pädagogischen Methoden seiner Wahl beschulen zu lassen. Denn jeder hat für sich verschiedene Maßstäbe der Wertsetzung in Sachen Bildung. Der einzig richtige Weg, im Hinblick auf Individualität und Freiheit ist das Recht, frei für sich selbst, sich für seine eigene Lernform zu entscheiden.


Allen Eltern muss es frei stehen, ihr Kind nach pädagogischen Methoden ihrer Wahl beschulen zu lassen. Denn jeder hat verschiedene Maßstäbe der Wertsetzung in Sachen Bildung.

Privatschulen erzielen auch bei Pisa ein höheres Leistungsniveau. Schule muss mehr leisten, als nur Wissen zu vermitteln. Sie muss anwendbares Wissen vermitteln und ein gutes Schulklima aufweisen. Es geht nämlich nicht darum Wissen in die Kinder reinzudrücken, sondern dem Kind in seinem individuellem Lernprozess gute Rahmenbedingungen zu stellen.

Privatschulen, das klingt für viele Menschen nach Lernstätten für Sprösslinge einer privilegierten Oberschicht. Das, dem nicht so ist, wird einem klar, wenn man über die Grenzen von Deutschland hinausschaut.
Man findet Privatschulen vor allem auch in den armen Entwicklungsländern Asiens und Afrikas. Auch hier sind es nicht wieder nur die Reichen, die ihre Kinder auf Privatschulen geben.

Bei einer Vielzahl von Privatschulen und der Möglichkeit, ihre Kinder in kostenlose staatliche Schulen zu geben, entscheiden sich gerade die Armen dafür, ihre Kinder auf Privatschulen zu geben. Die Gebühren für die Privatschulen sind nämlich für die breite Masse bezahlbar und machen nur einen geringen Prozentsatz des Einkommens aus. Und wo sie nicht bezahlbar sind, da helfen die Schulen, Stiftungen, Kirchen etc. mit Stipendien nach.

Wieso entbehrten diese Familien, die oft nahe des Existenzminimums leben, einen nicht unwesentlichen Teil ihres Einkommens für Bildung, wo sie ihre Kinder doch kostenlos zur öffentlichen Schule schicken könnten?
Und für wen macht es keinen erheblichen Unterschied, ob er für sein Kind entscheiden kann, für welche Schule er sein Geld ausgibt, oder ob der Staat darüber entscheidet?


Welche Eltern wollen nicht das Beste für ihr Kind? Schulbildung gehört für mich in private Hand!